Abschied

Die Stiftung für das Pferd ist das letzte Zuhause für unsere Schützlinge. Es ist immer ein sehr trauriger Moment, wenn wir eines unserer Tiere von seinen Altersbeschwerden erlösen müssen. Doch das Wissen, dass sie bei uns erfüllte, glückliche Jahre verbracht haben, ist uns ein grosser Trost.

Gomera

Gomeras Abstammung prädestinierte sie für eine Karriere auf den Wettkampfplätzen, denn ihr Vater war ein im Springsport international erfolgreicher Hengst. Mit ihrer ersten Besitzerin nahm sie auch an freien Prüfungen teil, bevor sie zwei Mal die Hand wechselte. Ihre letzte Besitzerin hatte keine Turnierambitionen, besuchte aber dennoch Spring- und Dressurstunden als Ausgleich zum Ausreiten und Longieren. Am meisten genossen die beiden jedoch die langen Spaziergänge Seite an Seite, wo Gomera von ihrer Besitzerin an der Hand geführt wurde. Die umgängliche Stute kam am 13. Oktober 2022 nach Les Murs, um ihren Ruhestand auf weitläufigen Weiden und in Gesellschaft von Artgenossen in vollen Zügen zu geniessen.

Gomera hatte schon seit einiger Zeit Probleme mit der Fortbewegung. Dazu kamen weitere altersbedingte Beschwerden, insbesondere Herzprobleme. Aus diesem Grund entschieden wir uns die hübsche Stute am 24. März 2026, notabene an ihrem 24. Geburtstag, friedlich zu erlösen. Leb wohl, liebe Gomera.


Julia 

Über Julias Jugend war uns nichts bekannt. 2004 wurde sie von ihren letzten Besitzern als Stallgefährtin für ihren Haflinger,  von einem Ponyhof im Bucheggberg übernommen. Fortan führte sie ein ruhiges Leben. Die Sommer verbrachte sie auf einer grossen Weide und lernte dort den Shetty-Wallach Billy aus dem Nachbarsdorf kennen. Nach dem Tod ihres Stallgefährten durfte Julia zu Billy in den Offenstall ziehen. Von da an wechselten sich beide Familien monatlich in der Betreuung der Ponys ab. Einen Monat lebten sie bei Julias Besitzer, im folgenden bei Billys Besitzer. Als Vorsorge für die Zeit nach Billys Tod wurde Julia bei der Stiftung für das Pferd angemeldet – und so konnte die rabenschwarze Shetty-Dame im Mai 2025 nach Maison Rouge ziehen. Dort wurde sie umgehend die Herzensdame des kleinen Grey. Er blieb fortan in ihrer Nähe und wachte über Julia.

Leider hatte Julia bei ihrer Ankunft in der Stiftung bereits ein Karzinom am Hinterteil, welches bösartig wucherte und nässte. Die Stute hatte zunehmend Schmerzen und liess sich nicht mehr behandeln. Aus diesem Grund entschieden wir uns dazu, sie am 17. März 2026 friedlich zu erlösen. Auch wenn Sie nur knapp ein Jahr bei uns war, erreichte sie mit ihren 29 Jahren ein schönes Alter. Leb wohl, liebe Julia 💖.


Nina

Über Ninas frühes Leben ist wenig bekannt, ausser dass sie wohl zwei Fohlen hatte. Mit zehn Jahren kam sie zu ihrem letzten Besitzer, einem Herrn, der sich mit 56 Jahren den Traum vom Reiten erfüllte. In Nina fand er seine passende Partnerin: ruhig und zuverlässig schenkte sie ihm viele schöne Ausritte in der Region Bieler-Seeland. Im Offenstall mit zwei Artgenossen lebte Nina ausgeglichen, nicht dominant, aber durchsetzungsfähig. Aus gesundheitlichen Gründen wurde bei der hübschen Stute ein Nervenschnitt am Vorderbein durchgeführt, worauf sie in den Vorruhestand wechselte und nur noch für kleine Runden ins Gelände ging. Um ihr eine artgerechte Rente zu sichern, meldete der Besitzer Nina bei der Stiftung für das Pferd an, wo sie im Frühjahr 2025 in Les Murs einziehen durfte.

Leider lahmte Nina bereits bei Ihrer Ankunft im Alter von 20 Jahren. Ihre starke Arthrose verursachte ihr immer mehr Schmerzen, bis sie schlussendlich am 11. März 2026 nicht mehr selbst auf die Beine kam. Wir entschieden uns Nina im Beisein einer ihr vertrauten Person friedlich zu erlösen. Leb wohl, liebe Nina 💖.


Libra

Libra hat den Feldtest als Dreijährige erfolgreich absolviert. Nach einem tragischen Unfall wurde sie jedoch nicht mehr geritten, sondern nur noch vom Boden aus gearbeitet oder als Handpferd auf Ausritte mitgenommen. Sie lebte mit ihrer Halbschwester und ihrem Bruder, tagsüber mit freiem Zugang zu den Weiden, nachts in einer Boxe. Nach drei Aufenthalten im Tierspital entwickelte Libra Angst vor Tierärzten. Aufgrund ihrer sensiblen Verdauung war die grosse Stute besonders bei Wetterwechsel anfällig für Koliken. Libra hatte einen dominanten Charakter und war bereits in ihrer früheren Gruppe die Leitstute. Im Sommer 2025 kam die Warmblutstute zusammen mit ihrer Halbschwester nach Maison Rouge.

Leider litt Libra bei Ihrer Ankunft bereits unter gesundheitlichen Problemen. Sie hatte eine starke Arthrose und konnte sich deshalb nach einem Tag auf der Weide nicht mehr selbst aufrichten. Wir entschieden uns deshalb, Libra am 2. März 2026 von ihren Schmerzen zu erlösen. Sie wurde leider nur 23 Jahre alt. Gute Reise, Libra 🐎.


Xander

Xander war ein fuchsfarbener Shetlandpony-Wallach, zirka 100 cm gross, geboren am 24. Juli 1993. Xand­ers Besitzerin war auch seine Züchterin. Bereits als Einjähriger wurde er an den Wagen und später an das Geschirr gewohnt. Xander erwies sich als gutes Fahrpony. Mit ihm und einem zweiten Pony bestritt die Besitzerin über 40 Fahrturniere. Xander wurde auch gesattelt und hatte Freude, wenn Kinder auf ihm ritten. 2013 kam er in die Stiftung für das Pferd und lebt seither in den Ställen von Le Roselet. We­gen seinem ausgiebigen Spieldrang wurde Xander in die Herde der «Grossen» integriert und konnte sich fortan mit den Pferden auf der Weide austoben. Im Umgang mit Menschen benahm sich der Kleine vorbildlich.

Xander profitierte 13 Jahre von einem schönen Rentnerleben. Seinen Augen wurden jedoch immer schlechter, bis er schliesslich fast komplett erblindete. Aus diesem Grund mussten wir unser Maskottchen am 24. Februar leider im hohen Alter von 33 Jahren erlösen. Leb wohl, lieber Xander 💫.


Tiptoe

Die zierliche Stute Tiptoe kam bei ihrer Besitzerin zur Welt. Sie war ein angenehmes Fohlen – fein im Wesen, wenn auch schnell nervös, stets lieber erst davongeeilt und erst danach neugierig zurückgeblickt. Nach den Fohlenjahren wurde sie problemlos eingeritten. Tiptoe wollte ihrem Menschen gefallen und zeigte sich stets bemüht. Zunächst wurde sie auf eine Karriere als Springpferd vorbereitet, doch wiederkehrende Lahmheiten zwangen sie immer wieder zu langen Pausen. Schliesslich entschied sich ihre Besitzerin schweren Herzens gegen den Springsport und förderte die rassige Stute fortan in der Dressur, der Zirkusarbeit und der Freiheitsdressur – Disziplinen, in denen Tiptoe mit Freude und Ausdruck glänzte.

Früher als erwartet durfte sie in Pension gehen, bis sie im Sommer 2018 in die Herde von Maison Rouge umzog. Dort fühlte sie sich rasch zuhause. Die Integration verlief problemlos, und sie durfte viele schöne Jahre im Herdenverband verbringen, besonders an der Seite ihres geliebten «Partners» Smohalla. 

Leider erkrankte Tiptoe an einer schweren Phlegmone am Bein und entwickelte gleichzeitig eine Resistenz gegen die notwendigen Antibiotika. Schweren Herzens mussten wir die schöne, liebenswerte Stute am 22. Januar 2026 im Alter von 28 Jahren erlösen. Leb wohl, liebe Tiptoe. Du bleibst in unseren Herzen. 🐎✨


Wintano

Der in Deutschland geborene Wintano kam im Jahr 2000 zu einem Turnierfahrer in die Schweiz. Später wurde er an ein Ehepaar verkauft, das ihn gemeinsam mit Strelitz, einem weiteren Haflinger, vor den Wagen spannte. Wintano zeigte sich dabei stets zuverlässig, arbeitswillig und ruhig. Als seine Besitzer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für ihre Pferde sorgen konnten, meldeten sie Strelitz und Wintano bei unserer Stiftung an. Im August 2012 durften beide bei uns einziehen und ihren wohlverdienten Ruhestand antreten. Wintano war ein sehr lebensfroher und gefrässiger Wallach, der es liebte, die Boxen seiner Nachbarn zu besuchen – immer in der Hoffnung, dort noch einen zusätzlichen Happen zu finden. Er war verspielt und sozial und lud seine Pferdefreunde gerne zu freundschaftlichen Wettläufen auf der Weide oder auf dem Trockenplatz ein.

Nachdem wir Strelitz bereits vor zwei Jahren über die Regenbogenbrücke gehen lassen mussten, war am 7. Januar 2026 auch für Wintano der Moment des Abschieds gekommen. Der 32-jährige Wallach, der über 13 Jahre seinen Ruhestand auf dem Jeanbrenin geniessen durfte, konnte nicht mehr selbst aufstehen und war bereit für seine letzte grosse Reise. Lieber Wintano, du fehlst uns allen sehr. ♥️


Smohalla

Smohalla fiel schon auf den ersten Blick durch seine aussergewöhnliche Fellfarbe auf. Der markante, breite Aalstrich, der sich über seinen Rücken zog, verlieh ihm eine besondere Ausstrahlung. Diese seltene Farbe nennt man Isabelle oder Buckskin. Doch nicht nur sein Äusseres war einzigartig – auch sein Name trug eine besondere Geschichte in sich. Ursprünglich Jack genannt, erhielt er von seiner Besitzerin den Namen Smohalla, benannt nach einem berühmten indianischen Träumer und Schamanen. Der Quarter-Horse-Wallach wurde von Profis im Westernstil ausgebildet und zeigte sich dabei als äusserst sympathisches Pferd mit einem grossen Herzen. Schon bald verhalf er seiner Besitzerin zum Western-Brevet und wurde ihr ein verlässlicher Partner.

Im Jahr 2018 stiess der hübsche Wallach zur Herde von Maison Rouge, wo auch seine ehemaligen Stallkollegen Shams und Tictic lebten. Dort durfte Smohalla sieben schöne Jahre verbringen, meist an der Seite seiner Herzensdame Tiptoe. Am 19. Dezember 2025 erlitt Smohalla eine schwere Kolik, die trotz sofortigem Eingreifen der Tierärztin nicht unter Kontrolle gebracht werden konnte. Schweren Herzens mussten wir ihn im Alter von 27 Jahren erlösen. Leb wohl, lieber Smo. ♥️


Lupo (Jimmy)

Lupo HL, mit Spitzname Jimmy, wurde am 7. März 2003 in Polen geboren. Dieser schöne braune Wallach mit einem Stockmass von etwa 156 cm trug eine breite weisse Blesse, die auch seine Nüstern umhüllte. Lupo wurde von seiner letzten Besitzerin als äusserst liebevoll beschrieben. Sie kaufte den Wallach, als er fünf Jahre alt war. Lupo war ein sehr gutes Springpferd, das Hindernisse bis zu einer Höhe von 130 cm überspringen konnte. 2017 begann er zu lahmen. Eine klinische Untersuchung ergab, dass es sein Bockhuf war, der ihm auf harten Böden und im Sport Probleme bereitete. Schweren Herzens entschied sich die Besitzerin daraufhin, ihr Pferd in den Ruhestand zu schicken. Am 14. September 2021 begann Lupo sein letztes Lebenskapitel auf dem Jeanbrenin, dem friedlichsten unserer Heime.

Ganz unerwartet erlitt Lupo im Dezember 2025 eine schwere Kolik. Trotz sofortiger Intervention und Transport ins Tierspital, wo er noch Infusionen bekam, konnten wir ihn nicht mehr retten. Lupo verlässt uns im noch jungen Alter von 22 Jahren. Wir vermissen ihn sehr💖.


Cornascriebe Donna

Donna ist am 08. Mai 2003 auf der grünen Insel im Atlantischen Ozean geboren. Ein früherer Pferdekauf liierte Donnas Züchterin mit der künftigen Besitzerfamilie aus dem Neuenburger Jura. Nach einem wenig überzeugenden Proberitt in Irland, aber mit Liebe auf den ersten Blick, wurde Donna in die Schweiz importiert und weiter ausgebildet. Ihr Charakter und unermüdliche Energie lehrten die Reiter Geduld und Ausdauer. Bald übersprang die braune Dame Hindernisse von bis zu 135cm Höhe. Nach ihrem Karriereende 2018 genoss Donna bereits das Leben in der Herde ganzjährig auf der Weide, bevor sie Ende August 2024 ihrer früheren Stallgenossin nach Maison Rouge in die Stiftung für das Pferd folgte.

Leider war der lieben Stute nur eine kurze Rente bei uns vergönnt. Wir fanden sie zweimal liegend vor, ohne Chance selbst auf die Beine zu kommen. Donna hatte Probleme mit den Beinen und Gelenken und trotz guter Zähne konnte sie sich nicht mehr richtig ernähren. Schweren Herzens entschieden wir uns am 9. Dezember 2025 die erst 22-jährige Stute zu erlösen. Leb wohl, liebe Donna 🐎.


Cäsar

Auf den ersten Blick konnte man fast meinen, ein weiterer Haflinger sei auf dem Jeanbrenin eingezogen. Doch beim Blondschopf Cäsar handelte es sich um einen waschechten Freiberger. Der Wallach ist 2000 im Aargau geboren und durfte dann sein gesamtes Leben bei seinen Besitzern auf dem schönen Rigiberg verbringen. Dank seiner freundlichen und umgänglichen Art eignete sich Cäsar hervorragend als Lehrpferd für die Behandlungen seiner Besitzerin, die als Pferdetherapeutin tätig ist. Auch in der Bodenarbeit und der Freiheitsdressur zeigte der Freiberger grosses Geschick. Der fitte Cäsar, der mit seiner auffälligen Fellfarbe sofort ins Auge stach, fand bei seiner Ankunft auf dem Jeanbrenin im Juni 2020 schnell Anschluss.

Fünf schöne Jahre genoss der liebe Freiberger auf unserem Zauberberg. Leider waren seine Zähne mit 25 Jahren bereits abgenutzt, weshalb er kaum noch fressen konnte und viel Gewicht verlor. Wir entschieden uns deshalb den Wallach am 18. November 2025 friedlich zu erlösen. Leb wohl, lieber Cäsar ♥️.


Marketta

Glücklicherweise verfügte unsere Stiftung zu jener Zeit über ausreichend Platz, um drei amerikanische Miniaturpferde und zwei Mini-Shetlandponys aufzunehmen, die von einer 82-jährigen Frau stammten und dringend ein neues Zuhause suchten. So kamen Blue, ihr Sohn Maserati und die kleine Marketta Ende April 2021 im Maison Rouge an. Die beiden Shetlandponys Falco und Fabienne fanden derweil in unserer Station Le Roselet ein neues Zuhause. Die Miniaturpferde zeigten sich zwar freundlich gegenüber den Besuchern, stellten unsere Pfleger jedoch immer wieder vor kleine Herausforderungen – vermutlich, weil sie es gewohnt waren, ganz nach Lust und Laune zu leben. Leider mussten wir uns bereits 2022 von dem kleinen Maserati und seiner Mutter Blue verabschieden.

Marketta durfte ihr Rentnerleben im Maison Rouge am längsten genießen. Doch auch bei ihr machten sich im Alter von 26 Jahren gesundheitliche Probleme bemerkbar. Die hübsche Ponydame litt unter einer schweren Keratitis (Hornhautentzündung) und unter schlechten Zähnen, was dazu führte, dass sie zunehmend an Gewicht verlor. Deshalb entschieden wir uns schweren Herzens, Marketta am 31. Oktober 2025 zu erlösen und sie auf die ewigen Weiden zu Blue und Maserati zu entlassen. Leb wohl, liebe Marketta 💕.


Beni

Beni war ein ca. 105 cm grosser Shetlandpony-Mix und am 24. Mai 1998 geboren. Der sympathische Wuschelkopf war Falbe und trug einen schwarzen Aalstrich auf dem Rücken. Seine dunkle Mähne war durchzogen mit hellen blond-grauen Strähnen. Wie bei Urpferden üblich, trug auch er Zebrastreifen an den Beinen. Wie er zu diesem aussergewöhnlichen Aussehen kam, war uns leider nicht bekannt. Auch über seine Vergangenheit tappten wir im Dunkeln. Seine Besitzerin hat ihn im Jahr 2012 gekauft. Nach 6 gemeinsamen Jahren und vielen neuen Erfahrungen und Arbeitsweisen, durfte Beni nach Maison Rouge in den Ruhestand ziehen. Der Wallach, der die Gemeinschaft liebte, fühlte sich sichtlich wohl in der grossen Ponyherde.

Mit seinen 27 Jahren, litt Beni zunehmend unter Altersbeschwerden. Schlussendlich mussten wir uns eingestehen, dass sich der Ponywallach nicht mehr ausreichend ernährend kann, da er ständig Gewicht verlor. Wir entschieden uns, ihn friedlich gehen zu lassen. Leb wohl, du lieber Wuschelkopf 🐴.