Die Stiftung für das Pferd ist das letzte Zuhause für unsere Schützlinge. Es ist immer ein sehr trauriger Moment, wenn wir eines unserer Tiere von seinen Altersbeschwerden erlösen müssen. Doch das Wissen, dass sie bei uns erfüllte, glückliche Jahre verbracht haben, ist uns ein grosser Trost.
Gus
Offenbar war er für die Rennbahn nicht geeignet, denn er wurde als Dreijähriger an einen Händler verkauft. Eine Dame aus der Schweiz entdeckte das Pferd, und so fand Gus, gerade drei Jahre alt, seine Besitzerin. Der Wallach wurde als Freizeitpferd geritten, im Sommer vor allem im Gelände, im Winter dressurmässig auf dem Reitplatz. Gus hatte die ungewöhnliche Eigenschaft, alles was gross und laut war, seien es Traktoren oder Lastwagen, zu lieben, was natürlich sehr geschätzt war.
Gus kam im Mai 2014 nach Le Roselet und hat sich dort rasch eingelebt. Er war immer sehr ausgeglichen und verstand sich gut mit seinen Artgenossen. Trabte er los, war es eine wahre Augenweide!
Ganze 12 Jahre genoss der liebenswerte Wallach seine Rente in der Herde. Im Alter von 32 Jahren litt er immer mehr unter diversen Altersbeschwerden, bis er schliesslich kaum mehr selbst auf die Beine kam. Um ihn nicht leiden zu lassen, haben wir ihm einen friedlichen Abschied im Beisein einer vertrauten Person ermöglicht. Du fehlst uns, lieber Gus 💫!
Tanisha
Tanisha, eine gescheckte Warmblutblutstute, wurde in Deutschland geboren. Ihr genaues Geburtsdatum ist nicht bekannt, wird aber auf 2003 geschätzt. 2012 kauft ihre letzte Besitzerin Tanisha. Die hübsche Stute teilte sich einen Laufstall mit ständigem Zugang zu einem kleinen Aussenplatz mit einem Shetlandpony. Tanisha wurde jeden Tag geritten und ihr friedliches Temperament sowie ihre Nervenstärke machten sie zu einem zuverlässigen Reitpferd im Strassenverkehr. 2014 wurde sie wegen einer Mondblindheit operiert. Leider entstand als Folge des Eingriffs eine Netzhautablösung, wodurch sie auf dem linken Auge blind wurde. Auch eine leichte Arthrose in den Vorderbeinen machte sich bemerkbar. Tanisha genoss ihren Ruhestand seit Juli 2023 auf unserem Zauberberg.
Leider konnte die hübsche Warmblutstute ihre Rente nur wenige Jahre geniessen. Im April 2026 litt sie wegen einer schlimmen Infektion zunehmend unter Appetitverlust und starken Koliken. Um ihr weiteres Leiden zu ersparen, mussten wir Tanisha leider erlösen. Mit ihrem verspielten, lustigen und etwas frechen Charakter fehlt sie nicht nur uns, sondern auch ihren 12 Paten. Leb wohl, liebe Tanisha 🐎.
Duncan
Die beiden American Miniature Horses Grey und Duncan kamen in Frankreich bei einer Züchterin zur Welt. Diese schien überfordert mit der immer grösser werdenden Ponytruppe und versuchte deshalb einige zu verkaufen. Der schwarz-weiss gescheckte Duncan und der grau-weiss gescheckte Grey wurden im Frühjahr 2019 einem Pferdehändler übergeben. Glücklicherweise konnten die Kleinen (beide rund 80 cm gross) von tierlieben Menschen übernommen werden. Sie fanden Unterschlupf auf einem Hof mit anderen Tieren. Die Minis verbrachten einen schönen Sommer auf der Weide, doch eine Anschlusslösung musste gefunden werden. Im August 2020 war es so weit und zwei Plätze in unserer Ponygruppe in Maison Rouge wurden frei, sodass die beiden Scheckponys in den Schweizer Jura ziehen durften.
Obwohl Duncan erst 12 Jahre alt war, litt er unter chronischer Hufrehe auf allen vier Füssen. Wahrscheinlich im Zusammenhang mit seinem Equinen Metabolischen Syndrom (einer häufige Stoffwechselstörung bei Pferden). Die Hufrehe war soweit fortgeschritten, dass wir den kleinen Ponymann am 9. April 2026 leider erlösen mussten. Leb wohl, lieber Duncan, du wirst uns fehlen 💫.
Kissvally
Kissvally war ein Familienpferd durch und durch. Am 1. März 2007 erblickte sie auf dem familieneigenen Hof das Licht der Welt. Dieses Zuhause verliess sie nur, um zusammen mit gleichaltrigen Fohlen auf einer Weide aufzuwachsen. Am Feldtest der 3-jährigen Pferde qualifizierte sie sich als Prämienzuchtstute und kehrte zurück zu ihrer Familie. Nach einem weiteren Winter auf der Weide begann der Ernst des Lebens: meist im Gelände unterwegs mit ihrer Reiterin, gelegentlich an Kursen – und am liebsten irgendwo im Wasser, denn Kissy liebt es, zu plantschen.
Um ihrer unerschrockenen und treuen Gefährtin einen artgerechten Lebensabend zu ermöglichen, liess ihre Besitzerin Kissy auf die Warteliste setzen. Im März 2025 durften wir die grosse Stute in Maison Rouge willkommen heissen.
Bei Ihrer Ankunft hatte Kissy bereits grosse Sarkoide, welche sich leider nicht entfernen liessen. Da diese weiter wuchsen, wucherten und schliesslich zu bluten begannen, mussten wir die liebe Stute am 9 April 2026 im jungen Alter von 19 Jahren leider von ihrem Leiden erlösen. Gute Reise, liebe Kissy 🐎.
Gomera
Gomeras Abstammung prädestinierte sie für eine Karriere auf den Wettkampfplätzen, denn ihr Vater war ein im Springsport international erfolgreicher Hengst. Mit ihrer ersten Besitzerin nahm sie auch an freien Prüfungen teil, bevor sie zwei Mal die Hand wechselte. Ihre letzte Besitzerin hatte keine Turnierambitionen, besuchte aber dennoch Spring- und Dressurstunden als Ausgleich zum Ausreiten und Longieren. Am meisten genossen die beiden jedoch die langen Spaziergänge Seite an Seite, wo Gomera von ihrer Besitzerin an der Hand geführt wurde. Die umgängliche Stute kam am 13. Oktober 2022 nach Les Murs, um ihren Ruhestand auf weitläufigen Weiden und in Gesellschaft von Artgenossen in vollen Zügen zu geniessen.
Gomera hatte schon seit einiger Zeit Probleme mit der Fortbewegung. Dazu kamen weitere altersbedingte Beschwerden, insbesondere Herzprobleme. Aus diesem Grund entschieden wir uns die hübsche Stute am 24. März 2026, notabene an ihrem 24. Geburtstag, friedlich zu erlösen. Leb wohl, liebe Gomera.
Julia
Über Julias Jugend war uns nichts bekannt. 2004 wurde sie von ihren letzten Besitzern als Stallgefährtin für ihren Haflinger, von einem Ponyhof im Bucheggberg übernommen. Fortan führte sie ein ruhiges Leben. Die Sommer verbrachte sie auf einer grossen Weide und lernte dort den Shetty-Wallach Billy aus dem Nachbarsdorf kennen. Nach dem Tod ihres Stallgefährten durfte Julia zu Billy in den Offenstall ziehen. Von da an wechselten sich beide Familien monatlich in der Betreuung der Ponys ab. Einen Monat lebten sie bei Julias Besitzer, im folgenden bei Billys Besitzer. Als Vorsorge für die Zeit nach Billys Tod wurde Julia bei der Stiftung für das Pferd angemeldet – und so konnte die rabenschwarze Shetty-Dame im Mai 2025 nach Maison Rouge ziehen. Dort wurde sie umgehend die Herzensdame des kleinen Grey. Er blieb fortan in ihrer Nähe und wachte über Julia.
Leider hatte Julia bei ihrer Ankunft in der Stiftung bereits ein Karzinom am Hinterteil, welches bösartig wucherte und nässte. Die Stute hatte zunehmend Schmerzen und liess sich nicht mehr behandeln. Aus diesem Grund entschieden wir uns dazu, sie am 17. März 2026 friedlich zu erlösen. Auch wenn Sie nur knapp ein Jahr bei uns war, erreichte sie mit ihren 29 Jahren ein schönes Alter. Leb wohl, liebe Julia 💖.
Nina
Über Ninas frühes Leben ist wenig bekannt, ausser dass sie wohl zwei Fohlen hatte. Mit zehn Jahren kam sie zu ihrem letzten Besitzer, einem Herrn, der sich mit 56 Jahren den Traum vom Reiten erfüllte. In Nina fand er seine passende Partnerin: ruhig und zuverlässig schenkte sie ihm viele schöne Ausritte in der Region Bieler-Seeland. Im Offenstall mit zwei Artgenossen lebte Nina ausgeglichen, nicht dominant, aber durchsetzungsfähig. Aus gesundheitlichen Gründen wurde bei der hübschen Stute ein Nervenschnitt am Vorderbein durchgeführt, worauf sie in den Vorruhestand wechselte und nur noch für kleine Runden ins Gelände ging. Um ihr eine artgerechte Rente zu sichern, meldete der Besitzer Nina bei der Stiftung für das Pferd an, wo sie im Frühjahr 2025 in Les Murs einziehen durfte.
Leider lahmte Nina bereits bei Ihrer Ankunft im Alter von 20 Jahren. Ihre starke Arthrose verursachte ihr immer mehr Schmerzen, bis sie schlussendlich am 11. März 2026 nicht mehr selbst auf die Beine kam. Wir entschieden uns Nina im Beisein einer ihr vertrauten Person friedlich zu erlösen. Leb wohl, liebe Nina 💖.
Libra
Libra hat den Feldtest als Dreijährige erfolgreich absolviert. Nach einem tragischen Unfall wurde sie jedoch nicht mehr geritten, sondern nur noch vom Boden aus gearbeitet oder als Handpferd auf Ausritte mitgenommen. Sie lebte mit ihrer Halbschwester und ihrem Bruder, tagsüber mit freiem Zugang zu den Weiden, nachts in einer Boxe. Nach drei Aufenthalten im Tierspital entwickelte Libra Angst vor Tierärzten. Aufgrund ihrer sensiblen Verdauung war die grosse Stute besonders bei Wetterwechsel anfällig für Koliken. Libra hatte einen dominanten Charakter und war bereits in ihrer früheren Gruppe die Leitstute. Im Sommer 2025 kam die Warmblutstute zusammen mit ihrer Halbschwester nach Maison Rouge.
Leider litt Libra bei Ihrer Ankunft bereits unter gesundheitlichen Problemen. Sie hatte eine starke Arthrose und konnte sich deshalb nach einem Tag auf der Weide nicht mehr selbst aufrichten. Wir entschieden uns deshalb, Libra am 2. März 2026 von ihren Schmerzen zu erlösen. Sie wurde leider nur 23 Jahre alt. Gute Reise, Libra 🐎.
Xander
Xander war ein fuchsfarbener Shetlandpony-Wallach, zirka 100 cm gross, geboren am 24. Juli 1993. Xanders Besitzerin war auch seine Züchterin. Bereits als Einjähriger wurde er an den Wagen und später an das Geschirr gewohnt. Xander erwies sich als gutes Fahrpony. Mit ihm und einem zweiten Pony bestritt die Besitzerin über 40 Fahrturniere. Xander wurde auch gesattelt und hatte Freude, wenn Kinder auf ihm ritten. 2013 kam er in die Stiftung für das Pferd und lebt seither in den Ställen von Le Roselet. Wegen seinem ausgiebigen Spieldrang wurde Xander in die Herde der «Grossen» integriert und konnte sich fortan mit den Pferden auf der Weide austoben. Im Umgang mit Menschen benahm sich der Kleine vorbildlich.
Xander profitierte 13 Jahre von einem schönen Rentnerleben. Seinen Augen wurden jedoch immer schlechter, bis er schliesslich fast komplett erblindete. Aus diesem Grund mussten wir unser Maskottchen am 24. Februar leider im hohen Alter von 33 Jahren erlösen. Leb wohl, lieber Xander 💫.
Tiptoe
Die zierliche Stute Tiptoe kam bei ihrer Besitzerin zur Welt. Sie war ein angenehmes Fohlen – fein im Wesen, wenn auch schnell nervös, stets lieber erst davongeeilt und erst danach neugierig zurückgeblickt. Nach den Fohlenjahren wurde sie problemlos eingeritten. Tiptoe wollte ihrem Menschen gefallen und zeigte sich stets bemüht. Zunächst wurde sie auf eine Karriere als Springpferd vorbereitet, doch wiederkehrende Lahmheiten zwangen sie immer wieder zu langen Pausen. Schliesslich entschied sich ihre Besitzerin schweren Herzens gegen den Springsport und förderte die rassige Stute fortan in der Dressur, der Zirkusarbeit und der Freiheitsdressur – Disziplinen, in denen Tiptoe mit Freude und Ausdruck glänzte.
Früher als erwartet durfte sie in Pension gehen, bis sie im Sommer 2018 in die Herde von Maison Rouge umzog. Dort fühlte sie sich rasch zuhause. Die Integration verlief problemlos, und sie durfte viele schöne Jahre im Herdenverband verbringen, besonders an der Seite ihres geliebten «Partners» Smohalla.
Leider erkrankte Tiptoe an einer schweren Phlegmone am Bein und entwickelte gleichzeitig eine Resistenz gegen die notwendigen Antibiotika. Schweren Herzens mussten wir die schöne, liebenswerte Stute am 22. Januar 2026 im Alter von 28 Jahren erlösen. Leb wohl, liebe Tiptoe. Du bleibst in unseren Herzen. 🐎✨
Wintano
Der in Deutschland geborene Wintano kam im Jahr 2000 zu einem Turnierfahrer in die Schweiz. Später wurde er an ein Ehepaar verkauft, das ihn gemeinsam mit Strelitz, einem weiteren Haflinger, vor den Wagen spannte. Wintano zeigte sich dabei stets zuverlässig, arbeitswillig und ruhig. Als seine Besitzer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für ihre Pferde sorgen konnten, meldeten sie Strelitz und Wintano bei unserer Stiftung an. Im August 2012 durften beide bei uns einziehen und ihren wohlverdienten Ruhestand antreten. Wintano war ein sehr lebensfroher und gefrässiger Wallach, der es liebte, die Boxen seiner Nachbarn zu besuchen – immer in der Hoffnung, dort noch einen zusätzlichen Happen zu finden. Er war verspielt und sozial und lud seine Pferdefreunde gerne zu freundschaftlichen Wettläufen auf der Weide oder auf dem Trockenplatz ein.
Nachdem wir Strelitz bereits vor zwei Jahren über die Regenbogenbrücke gehen lassen mussten, war am 7. Januar 2026 auch für Wintano der Moment des Abschieds gekommen. Der 32-jährige Wallach, der über 13 Jahre seinen Ruhestand auf dem Jeanbrenin geniessen durfte, konnte nicht mehr selbst aufstehen und war bereit für seine letzte grosse Reise. Lieber Wintano, du fehlst uns allen sehr. ♥️
Smohalla
Smohalla fiel schon auf den ersten Blick durch seine aussergewöhnliche Fellfarbe auf. Der markante, breite Aalstrich, der sich über seinen Rücken zog, verlieh ihm eine besondere Ausstrahlung. Diese seltene Farbe nennt man Isabelle oder Buckskin. Doch nicht nur sein Äusseres war einzigartig – auch sein Name trug eine besondere Geschichte in sich. Ursprünglich Jack genannt, erhielt er von seiner Besitzerin den Namen Smohalla, benannt nach einem berühmten indianischen Träumer und Schamanen. Der Quarter-Horse-Wallach wurde von Profis im Westernstil ausgebildet und zeigte sich dabei als äusserst sympathisches Pferd mit einem grossen Herzen. Schon bald verhalf er seiner Besitzerin zum Western-Brevet und wurde ihr ein verlässlicher Partner.
Im Jahr 2018 stiess der hübsche Wallach zur Herde von Maison Rouge, wo auch seine ehemaligen Stallkollegen Shams und Tictic lebten. Dort durfte Smohalla sieben schöne Jahre verbringen, meist an der Seite seiner Herzensdame Tiptoe. Am 19. Dezember 2025 erlitt Smohalla eine schwere Kolik, die trotz sofortigem Eingreifen der Tierärztin nicht unter Kontrolle gebracht werden konnte. Schweren Herzens mussten wir ihn im Alter von 27 Jahren erlösen. Leb wohl, lieber Smo. ♥️