Die Stiftung für das Pferd ist das letzte Zuhause für unsere Schützlinge. Es ist immer ein sehr trauriger Moment, wenn wir eines unserer Tiere von seinen Altersbeschwerden erlösen müssen. Doch das Wissen, dass sie bei uns erfüllte, glückliche Jahre verbracht haben, ist uns ein grosser Trost.
Finette
Finette, eine waschechte Jurassierin, wurde im April 2007 in der Nähe von Saignelégier geboren. Wie für ihre Rasse typisch absolvierte sie als Dreijährige den Feldtest und stellte dabei ihre Qualitäten als Reit- und Fahrpferd unter Beweis. Zwei Jahre später fand sie zu ihrer letzten Besitzerin, mit der sie viele schöne und abwechslungsreiche Jahre verbringen durfte. Gemeinsam nahmen sie an Gymkhanas, Rallyes und Quadrillen teil, unternahmen Wagenfahrten und meisterten Hindernisse. Finette zeigte sich dabei stets als vielseitige und anpassungsfähige Freibergerstute, die neuen Aufgaben offen begegnete. Mit zunehmendem Alter wurde bei ihr Arthrose diagnostiziert. Von da an gehörten vor allem Spaziergänge und Bodenarbeit zu ihrem Alltag – Aktivitäten, die sie weiterhin mit Freude ausübte.
Seit März 2025 genoss die umgängliche Stute ihren wohlverdienten Ruhestand in der grossen Herde von Maison Rouge. Leider litt Finette bereits bei ihrer Ankunft unter gesundheitlichen Problemen. Innerhalb eines Jahres verschlechterte sich ihre Arthrose stark. Trotz mehrerer Infiltrationen konnten ihr keine schmerzfreien Tage mehr ermöglicht werden, und das Leben in der Herde wurde für sie zunehmend beschwerlich. Auch wenn Finette mit ihren 19 Jahren noch viel zu jung war, mussten wir schweren Herzens die Entscheidung treffen, sie zu erlösen. Mit ihrem liebenswerten, ruhigen und angenehmen Wesen wird sie uns sehr fehlen. Besonders ihr kleiner Freund Paschi wird ihren Verlust spüren. Gute Reise, liebe Finette. 💫
Aldo
Aldo, von seiner letzten Besitzerin liebevoll „AL“ – nach Al Pacino – genannt, war ein ausdrucksstarker Haflingerwallach. Sein genaues Geburtsdatum und seine frühe Vergangenheit sind uns leider nicht bekannt. Im Sommer 2010 wurde Aldo von seiner letzten Besitzerin gekauft, um mit ihm Western zu reiten. Der Wallach war ein freundliches, gutmütiges Pferd mit einem starken Charakter und einer ganz eigenen Persönlichkeit. Als feuriger Haflinger wusste er genau, was er wollte, und zeigte dies auch. Gleichzeitig besass er eine natürliche Autorität, die ihn zum Anführer seiner Weideherde machte. Sein Selbstbewusstsein war so ausgeprägt, dass er seine Stellung nie durch Kämpfe behaupten musste. Trotz seines temperamentvollen Wesens war Aldo im Umgang mit Menschen stets respektvoll, unkompliziert und zuverlässig. Besonders Kindern begegnete er mit grosser Geduld und Freundlichkeit. Nach einer Verletzung ohne Aussicht auf Heilung kam Aldo im Februar 2022 in unser Heim nach Le Roselet. Dank seiner offenen und umgänglichen Art verlief die Integration in seine neue Herde problemlos, und er fand schnell seinen Platz unter seinen neuen Gefährten.
Am 9. Juni 2026 mussten wir Aldo im Alter von 26 Jahren schweren Herzens gehen lassen. Auf der Weide hatte er sich einen Riss der Beugesehne zugezogen – eine Verletzung, die ihm keine Aussicht auf ein schmerzfreies Leben mehr liess. Mit Aldo verlieren wir ein charismatisches Pferd, das mit seiner Präsenz, seinem Selbstbewusstsein und seinem liebenswerten Wesen viele Menschen berührt hat. Gute Reise, lieber Aldo. ⭐
Full Option
Full Option wurde in Belgien geboren. Seine letzten Besitzer erwarben den Wallach mit seiner guten Abstammung im Jahr 2010, um ihn als Familienpferd zu nutzen. In den ersten Jahren nahm der Sohn der Familie mit ihm erfolgreich an regionalen Springturnieren teil. Ab 2015 wurde Full Option dann endgültig zum Freizeitpferd und von verschiedenen Familienmitgliedern in der Dressur sowie auf gemütlichen Ausritten geritten. Neben diesen Aktivitäten genoss er täglich den Auslauf auf der Weide, die er sich mit einem Pony teilte. Als Full Option seinen 18. Geburtstag feierte, meldeten ihn seine Besitzer bei unserer Stiftung an. Im Dezember 2023 zog er schliesslich in unser Heim auf dem Zauberberg ein.
Am Abend des 6. Juni 2026 erlitt Full Option eine schwere Kolik. Trotz des raschen Eingreifens des Tierarztes konnten wir ihm nicht mehr helfen und mussten ihn von seinen starken Schmerzen erlösen. Mit Full Option verliert die Herde auf dem Jeanbrenin ihren Herdenchef und einen geschätzten Gefährten. Sein Verlust hinterlässt eine grosse Lücke. Leb wohl, lieber Full Option. 🐎
Love de Jy
Love de Jy wurde wie ihre Schwester Kachanelle in der Normandie geboren und kam 2005 zu ihrem Besitzer in die Schweiz. Dort verbrachte sie viele Jahre, bis sie schliesslich zu uns nach Maison Rouge zog. Als mittelgrosse, eher kräftige Kaltblutstute war Love bestens dafür geeignet, auch schwerere Wagen zu ziehen. Dennoch wurde sie während des grössten Teils ihres Lebens vor allem als zuverlässiges Freizeitpferd zum Ausreiten eingesetzt. Erst als ihr Besitzer älter wurde, spannte er sie vermehrt auch vor den Wagen. Im Oktober 2020 kam Love gemeinsam mit ihrer Schwester Kachanelle de Jy nach Maison Rouge. Die beiden waren unzertrennlich und sollten auch weiterhin zusammenbleiben. Obwohl Love weniger dominant war als ihre Schwester, hatte auch sie eine natürliche Autorität und nahm innerhalb der Herde eine wichtige Rolle ein. Beim Pflegen zeigte sie sich hingegen oft ruhiger und gelassener als ihre Gefährtin.
Nach mehr als fünf schönen Jahren in der Herde von Maison Rouge machten ihr die Folgen ihrer Arthrose zunehmend zu schaffen. Selbst Gelenkinfiltrationen konnten ihre Schmerzen nicht mehr ausreichend lindern. Schweren Herzens entschieden wir uns deshalb, sie friedlich gehen zu lassen. Leb wohl, liebe Love. Du wirst in unseren Herzen weiterleben. ♥️
Jupiter
Jupiter wurde 2002 im Zuchtbetrieb «des Baumes» geboren. Ausgebildet in Dressur und Springreiten hatte er mehrere Besitzer, bevor er mit 15 Jahren in den Stall von Villeneuve kam. Sofort fiel er seiner letzten Besitzerin auf, die ihn dann auch direkt kaufte. Fünf Jahre lang verbrachten sie viele Stunden miteinander, im Training oder auf Ausritten. Nach zwei Stürzen auf die Vorderhand wurde Jupiter in den Ruhestand versetzt. Es wurde zu gefährlich, ihn so weiterzureiten. Jupiter war also schon Rentner, als er Anfang Februar 2026 auf unserem Zauberberg einzog. Obwohl er von früher das Leben in der Herde kannte, erweist sich seine Integration auf dem Jeanbrenin als sehr kompliziert. Jupiter befand sich darum oft abseits seiner Artgenossen.
Am Morgen des 27. Mai 2026 lahmte Jupiter stark und es zeigte sich eine gravierende Verletzung am Knochen. Schweren Herzens beschlossen wir ihn von seinen Schmerzen zu erlösen. Renn frei, lieber Jupiter 🪐!
Gus
Offenbar war er für die Rennbahn nicht geeignet, denn er wurde als Dreijähriger an einen Händler verkauft. Eine Dame aus der Schweiz entdeckte das Pferd, und so fand Gus, gerade drei Jahre alt, seine Besitzerin. Der Wallach wurde als Freizeitpferd geritten, im Sommer vor allem im Gelände, im Winter dressurmässig auf dem Reitplatz. Gus hatte die ungewöhnliche Eigenschaft, alles was gross und laut war, seien es Traktoren oder Lastwagen, zu lieben, was natürlich sehr geschätzt war.
Gus kam im Mai 2014 nach Le Roselet und hat sich dort rasch eingelebt. Er war immer sehr ausgeglichen und verstand sich gut mit seinen Artgenossen. Trabte er los, war es eine wahre Augenweide!
Ganze 12 Jahre genoss der liebenswerte Wallach seine Rente in der Herde. Im Alter von 32 Jahren litt er immer mehr unter diversen Altersbeschwerden, bis er schliesslich kaum mehr selbst auf die Beine kam. Um ihn nicht leiden zu lassen, haben wir ihm einen friedlichen Abschied im Beisein einer vertrauten Person ermöglicht. Du fehlst uns, lieber Gus 💫!
Tanisha
Tanisha, eine gescheckte Warmblutblutstute, wurde in Deutschland geboren. Ihr genaues Geburtsdatum ist nicht bekannt, wird aber auf 2003 geschätzt. 2012 kauft ihre letzte Besitzerin Tanisha. Die hübsche Stute teilte sich einen Laufstall mit ständigem Zugang zu einem kleinen Aussenplatz mit einem Shetlandpony. Tanisha wurde jeden Tag geritten und ihr friedliches Temperament sowie ihre Nervenstärke machten sie zu einem zuverlässigen Reitpferd im Strassenverkehr. 2014 wurde sie wegen einer Mondblindheit operiert. Leider entstand als Folge des Eingriffs eine Netzhautablösung, wodurch sie auf dem linken Auge blind wurde. Auch eine leichte Arthrose in den Vorderbeinen machte sich bemerkbar. Tanisha genoss ihren Ruhestand seit Juli 2023 auf unserem Zauberberg.
Leider konnte die hübsche Warmblutstute ihre Rente nur wenige Jahre geniessen. Im April 2026 litt sie wegen einer schlimmen Infektion zunehmend unter Appetitverlust und starken Koliken. Um ihr weiteres Leiden zu ersparen, mussten wir Tanisha leider erlösen. Mit ihrem verspielten, lustigen und etwas frechen Charakter fehlt sie nicht nur uns, sondern auch ihren 12 Paten. Leb wohl, liebe Tanisha 🐎.
Duncan
Die beiden American Miniature Horses Grey und Duncan kamen in Frankreich bei einer Züchterin zur Welt. Diese schien überfordert mit der immer grösser werdenden Ponytruppe und versuchte deshalb einige zu verkaufen. Der schwarz-weiss gescheckte Duncan und der grau-weiss gescheckte Grey wurden im Frühjahr 2019 einem Pferdehändler übergeben. Glücklicherweise konnten die Kleinen (beide rund 80 cm gross) von tierlieben Menschen übernommen werden. Sie fanden Unterschlupf auf einem Hof mit anderen Tieren. Die Minis verbrachten einen schönen Sommer auf der Weide, doch eine Anschlusslösung musste gefunden werden. Im August 2020 war es so weit und zwei Plätze in unserer Ponygruppe in Maison Rouge wurden frei, sodass die beiden Scheckponys in den Schweizer Jura ziehen durften.
Obwohl Duncan erst 12 Jahre alt war, litt er unter chronischer Hufrehe auf allen vier Füssen. Wahrscheinlich im Zusammenhang mit seinem Equinen Metabolischen Syndrom (einer häufige Stoffwechselstörung bei Pferden). Die Hufrehe war soweit fortgeschritten, dass wir den kleinen Ponymann am 9. April 2026 leider erlösen mussten. Leb wohl, lieber Duncan, du wirst uns fehlen 💫.
Kissvally
Kissvally war ein Familienpferd durch und durch. Am 1. März 2007 erblickte sie auf dem familieneigenen Hof das Licht der Welt. Dieses Zuhause verliess sie nur, um zusammen mit gleichaltrigen Fohlen auf einer Weide aufzuwachsen. Am Feldtest der 3-jährigen Pferde qualifizierte sie sich als Prämienzuchtstute und kehrte zurück zu ihrer Familie. Nach einem weiteren Winter auf der Weide begann der Ernst des Lebens: meist im Gelände unterwegs mit ihrer Reiterin, gelegentlich an Kursen – und am liebsten irgendwo im Wasser, denn Kissy liebt es, zu plantschen.
Um ihrer unerschrockenen und treuen Gefährtin einen artgerechten Lebensabend zu ermöglichen, liess ihre Besitzerin Kissy auf die Warteliste setzen. Im März 2025 durften wir die grosse Stute in Maison Rouge willkommen heissen.
Bei Ihrer Ankunft hatte Kissy bereits grosse Sarkoide, welche sich leider nicht entfernen liessen. Da diese weiter wuchsen, wucherten und schliesslich zu bluten begannen, mussten wir die liebe Stute am 9 April 2026 im jungen Alter von 19 Jahren leider von ihrem Leiden erlösen. Gute Reise, liebe Kissy 🐎.
Gomera
Gomeras Abstammung prädestinierte sie für eine Karriere auf den Wettkampfplätzen, denn ihr Vater war ein im Springsport international erfolgreicher Hengst. Mit ihrer ersten Besitzerin nahm sie auch an freien Prüfungen teil, bevor sie zwei Mal die Hand wechselte. Ihre letzte Besitzerin hatte keine Turnierambitionen, besuchte aber dennoch Spring- und Dressurstunden als Ausgleich zum Ausreiten und Longieren. Am meisten genossen die beiden jedoch die langen Spaziergänge Seite an Seite, wo Gomera von ihrer Besitzerin an der Hand geführt wurde. Die umgängliche Stute kam am 13. Oktober 2022 nach Les Murs, um ihren Ruhestand auf weitläufigen Weiden und in Gesellschaft von Artgenossen in vollen Zügen zu geniessen.
Gomera hatte schon seit einiger Zeit Probleme mit der Fortbewegung. Dazu kamen weitere altersbedingte Beschwerden, insbesondere Herzprobleme. Aus diesem Grund entschieden wir uns die hübsche Stute am 24. März 2026, notabene an ihrem 24. Geburtstag, friedlich zu erlösen. Leb wohl, liebe Gomera.